Vorhang auf für die kleinen Helden: Mit kreativen Kindertapeten wird das Zimmer im Handumdrehen zum Lieblingsort. Dass Eltern und Kinder dabei manchmal unterschiedliche Favoriten haben, macht die gemeinsame Planung zum spannenden Familienprojekt. Mit ein wenig Wissen über die Wirkung von Farben und Zonen entsteht so ein Rückzugsort, der perfekt zu den Bedürfnissen der Kleinen passt.

Kunterbunte Wimpel – Kindertapete aus der Kollektion Lilly und Luis, Foto und Tapete: A. S. Création, as-creation
Stellen wir uns vor, wir wären einen Meter groß. Die Welt um uns herum ist laut, schnell und oft unverständlich. Doch an der Wand unseres Kinderzimmers passiert etwas: Dort schläft ein Bär, es ranken Dschungelblätter bis zur Decke oder Sterne leuchten den Weg in die Nacht. Wir kennen all diese Dinge genau, wir sehen sie beim Aufwachen und Spielen. Sie sind wie vertraute Freunde. So sehen Kinder die Welt. Für sie ist die Tapete nicht einfach eine Tapete. Sie ist eine Einladung, eine Kulisse für das tägliche Abenteuer und – ganz wichtig – ein emotionaler Anker. Dabei wirken Farben und Motive auf sie viel intensiver und unmittelbarer als auf Erwachsene. Während die Eltern Tapeten als dekorativen Hintergrund wahrnehmen, sind sie für die Kleinen Teil ihrer Erlebniswelt. Das liegt unter anderem daran, dass Erwachsene die Wirkung von Farben und Motiven in der Regel durch kulturelle Prägungen und bewusste Vorlieben filtern, während Kinder direkt und ungefiltert auf die Reize reagieren. Deshalb treten sie mit dem, was sie sehen, in Kontakt.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf lassen sich Farben und Motive im Kinderzimmer ganz gezielt auswählen. Denn diese interaktive Wahrnehmung ist eine Superkraft der Kindheit. Und die Wandgestaltung unterstützt dabei etwas, das Psychologen „Stimuluskontrolle“ nennen: Sie hilft dem kleinen Gehirn, den Raum zu lesen. Dschungel heißt zum Beispiel Action – wo Tiger oder Bär wachen, wird getobt, gebaut und gelacht. Und Pastell heißt Pause – wo Wolken schweben, darf das Nervensystem herunterfahren. Dabei spielt eine Rolle, dass das junge Gehirn sich in den ersten Lebensjahren rasant entwickelt. Wer diese Phasen kennt, entscheidet sich leichter für eine Gestaltung, die über längere Zeit Bestand hat. Hier ein Überblick, was das für die Wahrnehmung bedeutet:
Säuglinge (0–6 Monate): Auch wenn Babys starke Kontraste wie Schwarz-Weiß zuerst am besten wahrnehmen, sollte die Tapete im Ruheraum eher dezent sein. Sanfte Pastelltöne oder ruhige Naturfarben verhindern eine Reizüberflutung in dieser Phase.
Kleinkinder (1 bis 3 Jahre): In dieser Entdeckerphase werden Grundfarben unterschieden. Tapeten mit Wolken, Sternen oder einfachen geometrischen Formen regen die Fantasie an, ohne unruhig zu wirken.
Kindergartenalter (3 bis 6 Jahre): Nun verfeinert sich die Farbwahrnehmung deutlich. Thematische Motive wie Tiere, Natur oder Fahrzeuge fördern spielerisch die Beobachtungsgabe und die Sprachentwicklung.
Schulkinder: Hier rückt die Funktion in den Vordergrund. Während der Spielbereich anregende Motive und Farben verträgt, sollte die Wand am Bett in beruhigenden Tönen wie in Blau oder Grün gestaltet sein.
Spätestens wenn Kindergarten und Schule losgehen, wird das Kinderzimmer zu einem Ort, an dem viele Dinge passieren – schlafen, spielen und lernen sind allerdings sehr unterschiedliche Aktivitäten. Deshalb ist es wichtig, für alles einen eigenen Bereich zu schaffen. Das geht auch in kleinen Kinderzimmern. Allein mit dem Wechsel von Tapeten und Wandfarben können wir schon zonieren und Akzente setzen. Auf diese Weise wird die Wandgestaltung zum stillen Regisseur im Kinderzimmer, womit wir wieder bei der Stimuluskontrolle wären, die wir so unterstützen können.
Im Schlafbereich signalisiert eine reizarm gestaltete Wand dem Nervensystem: Jetzt ist Ruhezeit. Im Blickfeld des Bettes sollten eher dezente, ruhige Muster und Motive wie Wolken und Sterne in Pastelltönen gewählt werden, um das Gehirn vor dem Schlafen zur Ruhe kommen zu lassen. Alle kühlen Farbtöne wie Blau und Grün passen hier gut. Sie entspannen, lindern Ängste und fördern den Schlaf.
In der Lernecke reduziert eine ruhige Wandgestaltung die kognitive Belastung und hilft dem Kind, sich auf die Hausaufgaben zu konzentrieren. So bieten sich zum Beispiel ruhige Motive mit pädagogischem Mehrwert an wie Weltkarten oder Buchstaben. Farben wie Gelb, helle Grüntöne und neutrale Blaugrau-Töne fördern die Konzentration, ohne abzulenken. Wenn sich Kinder sehr leicht ablenken lassen, sind auch Brauntöne eine gute Wahl, da sie erdend wirken.

Streifen sind immer schön – Kindertapete aus der Kollektion Lilly und Luis, Foto und Tapete: A. S. Création, as-creation
In der Spielecke darf und soll es natürlich lebendiger zugehen. Zum Beispiel mit Motivtapeten, die anregen und begeistern. Apricot, ein sanftes Orange und auch wieder Gelb vermitteln dabei Wärme und Optimismus, fördern die Kreativität und Geselligkeit. Pink und Rosa sorgen eher für ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, wirken ausgleichend und bauen Aggressionen und Anspannung ab.
Insgesamt gilt: Vorsicht mit Rottönen und auch einem intensiven Orange. Diese Farben können zu Hyperaktivität führen und sollten nur in kleinen Dosen zum Beispiel im Spielbereich eingesetzt werden.
Da sich der Geschmack von Kindern schnell ändert, sind Vliestapeten besonders praktisch: Sie sind robust und lassen sich bei einem Tapetenwechsel leicht trocken abziehen. Und oft reicht es schon, nur eine einzelne Wand mit einem Motiv zu gestalten, um das Kinderzimmer zu verwandeln und eine Zone zu schaffen. Den Rest erledigen wir mit Wandfarbe.
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